GOST R Ex Schutz (ATEX)

Aufgrund der ständig fortschreitenden Industrialisierung wird der Explosionsschutz zu einem immer wichtigeren Element der öffentlichen Sicherheit. Zur Sicherheit ihrer Bürger und zur Schadensabwendung an Sachen wurden von der EU auf ihrem Territorium zwei grundsätzliche Richtlinien zum Explosionsschutz verabschiedet. Bekannt sind diese unter dem Namen ATEX, einer Abkürzung des französischen Wortes „Atmosphère explosible“. Zum Export explosiv geschützter Geräte in russisches Hoheitsgebiet müssen jedoch die eigenständigen Bestimmungen des russischen Staats erfüllt werden. Hier gelten die Anforderungen der russischen GOST R Ex Schutz Zertifizierung.

Für den Zertifizierungsprozess bestehen unterschiedliche Abläufe je nach Größe der Lieferung und der angestrebten Gültigkeitsdauer des Zertifikats.

Einzellieferungen:

Für einzelne Lieferungen von Geräten, besonders solchen mit geringer Komplexität, ist der Besuch von russischen Explosionsschutzexperten nicht immer erforderlich. Dies ist im Einzelfall zu entscheiden.

Serienlieferungen:

Bei der Zertifizierung einer größeren Menge von Geräten ist die Abnahme durch zugelassene Gutachter in der überwiegenden Anzahl der Fälle erforderlich. Der Explosionsschutz der Geräte wird gemäß den vorgeschriebenen Kriterien geprüft, und es wird ermittelt, ob die implementierte Explosionsschutzmethode fehlerfrei ist. In die Überprüfung wird darüber hinaus auch Zuverlässigkeit des zugrunde gelegten Qualitätsmanagementsystems mit einbezogen. Die Gewährleistung einer auf Dauer korrekten Eingangskontrolle, die Qualität des Produktionsprozesses insgesamt, der Ausschluss von Fehlern und eine ebenso ausreichende Ausgangskontrolle sind dabei die maßgeblichen Kriterien.

Anlagen:

Bei komplexen Anlagen wird sowohl die Explosionssicherheit der einzelnen Komponenten als auch das Gefährdungspotenzial der gesamten Anlage in Wechselwirkung mit den Umweltbedingungen überprüft, denen die Anlage ausgesetzt ist. Entsprechen die tatsächlichen Funktionseigenschaften der Anlage der Ex-Kennzeichnung und in welchen Bereichen ist der Einsatz gefahrlos möglich, lauten hier die Leitfragen. Außerdem wird kontrolliert, ob die richtigen Bauteile verwendet wurden und deren Zustand zufriedenstellend ist.

Alle Explosionsschutzkomponenten müssen bei der Überprüfung angegeben und berücksichtigt werden, andernfalls sind Hersteller und Lieferant für Folgeschäden im Falle einer Explosion gesetzlich haftbar. Die Prüfung wird mit der Zuerkennung einer Ex-Markierung abgeschlossen, die auf den Produkten und in den Dokumentationen ausgewiesen werden muss. Nach der erfolgten Ex-Schutz-Zertifizierung ist eine RosTechNadsor (RTN) Zulassung obligatorisch erforderlich. Erst nach dieser, ist es erlaubt die Anlage in Russland zu betreiben.

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Ex Schutz Grundlagen:

Primärer Explosionsschutz: Explosionsgefährdete Bereiche

Der primäre Explosionsschutz beabsichtigt, die Entstehung explosionsfähiger Atmosphären zu vermeiden. Explosionsgefährdete Bereiche bilden sich durch die Entstehung explosionsfähiger Atmosphären. Derartige Atmosphären sind Gemische aus Luft, brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln. Die totale Vermeidung derselben ist aufgrund der Konstruktionsprinzipien und Zwecke der Geräte nicht immer möglich.

Grundlage des Explosionsschutzes ist daher eine sichere Beurteilung der von derartigen gefährlichen Gemischen ausgehenden Gefahrenpotenziale. Zu diesem Zweck wurde eine Nomenklatura geschaffen, die der zweckmäßigen und übersichtlichen Einstufung der Atmosphären dient

Dabei werden die Gefahrenpotenziale mittels Häufigkeit und Zeitdauer ihres Auftretens bei dem Normalbetrieb von Geräten und Anlagen differenziert. Das Einstufungssystem ermöglicht eine präzise Beurteilung der Gefährdungspotenziale und anschließend die Planung von Schutzmaßnahmen. Das System wird im Folgenden beispielhaft dargestellt:
  • Einstufungsbereich 0: Das explosionsfähige Gemisch ist permanent, lange oder sehr oft gegeben.
  • Einstufungsbereich 1: Das explosionsfähige Gemisch bildet sich lediglich sporadisch.
  • Einstufungsbereich 2: Das explosionsfähige Gemisch entsteht im Regelfall gar nicht oder aber nur kurzzeitig.
  • Einstufungsbereich 20: In der Umwelt der Anlage existiert entzündlicher Staub. Das explosionsfähige Gemisch bindet sich an den Staub und bildet eine Wolke. Es entstehen langwierige und häufig auftretende Gefahrensituationen.
  • Einstufungsbereich 21: Wie in Einstufungsbereich 20 wird in Interaktion mit der Umgebung eine Wolke erzeugt. Diese erscheint jedoch nur temporär.
  • Einstufungsbereich 22: Es gelten dieselben Bedingungen wie in Einstufungsbereich 20 und 21. Jedoch ist das Auftreten der explosionsfähigen Atmosphäre, wenn diese überhaupt entstehen sollte, nur kurzzeitig

Sekundärer Explosionsschutz: Zündschutzarten

Das simultane Auftreten von explosionsfähigen Atmosphären und Zündquellen bildet die Hauptgefahrenquelle für Explosionen. Eine wichtige Methode des Explosionsschutzes ist es, die gleichzeitige Entstehung der unterschiedlichen, an einer Explosion beteiligten Elemente, zu verhindern. Im primären Explosionsschutz ist die Vermeidung explosionsfähiger Atmosphären das Ziel. Im sekundären Explosionsschutz dagegen ist die Ausschaltung von Zündquellen beabsichtigt.

Dabei wird zwischen dem Ex-Schutz für Gase und Ex-Schutz für Staub unterschieden. Sicherheitsschutzmaßnahmen der ersten Gruppe wollen die Entzündlichkeit von Geräten und Materialien verhindern oder zumindest weitestgehend herabsetzen. Bei der Ausschaltung von Stäuben als Gefahrenquelle wird das Eindringen der Stäube in die Geräte abgewährt. Reaktionen, z.B. Schwelbrände, mit den Konstruktionsteilen von Maschinen werden so ausgeschlossen. In der Praxis wird häufig eine Zusammenstellung verschiedener Sicherheitsmaßnahmen angewandt.

Im Nachfolgenden werden Sicherschutzmaßnahmen gegen entzündliche Prozesse und Materialien (Zündschutzmaßnahmen) bei elektrischen Betriebsmitteln beispielhaft dargestellt. Dabei gelten für bestimmte Elemente wie Klemmen noch erhöhte Sicherheitsanforderungen:

Die Umhüllung von Geräten (Druckfeste Kapslung) ist ausreichend dicht, um das Herausdringen von Zündfunken zu verhindern. Hier sind die maschinenbautechnischen Normen hinsichtlich Baumaterialien, Verarbeitung und Abmessung einzuhalten. Gleiches gilt für ähnliche Methoden der Kapselung, zum Beispiel Kapselung im Ölbad, Sandkapselung oder Vergusskapselung.

Eine weitere Maßnahme kann die Erzeugung eines permanenten Überdrucks darstellen, zum Beispiel durch Einspritzung von Inertgas.

Ein zusätzlicher Faktor, der bei einem wirksamen Explosionsschutz Berücksichtigung finden muss, ist die Zündtemperatur bzw. Temperaturklasse der Oberflächen von Geräten. Die Temperaturklasse bestimmt die zulässige Oberflächentemperatur der elektrischen Betriebsmittel relativ zum Zündtemperaturbereich der Gemische, zum Beispiel entzündet sich in der Klasse T1 das Gemisch bei über 450°C. Folglich ist die erlaubte Oberflächentemperatur maximal 450°C.

Temperaturklassen Zündtemperaturbereich der Gemische Zulässige Oberflächentemperatur der elektrischen Betriebsmittel
T1 > 450 °C 450 °C
T2 > 300 … ≥450 °C 300 °C
T3 > 200 … ≥300 °C 200 °C
T4 > 135 … ≥200 °C 135 °C
T5 > 100 … ≥135 °C 100 °C
T6 > 85 … ≥100 °C 85 °C
Der Ex-Zertifizierungsprozess wird mit der Kennzeichnung abgeschlossen. Auch für die Kennzeichnung existieren Vorschriften. Diese sollen sicherstellen, dass die Anlage ihrem Verwendungszweck eindeutig zu zuordnen ist, insbesondere sollen der Hersteller, der Einsatzbereich, Explosionsgruppe bzw. Explosionsuntergruppe, Zündschutzarten und Temperaturklasse aus der Beschreibung hervorgehen.

Hinsichtlich des Einsatzbereiches werden drei Großgruppen unterschieden: unter Tage (I), übrige Bereiche (II) und Gase und Dämpfe - G -, Stäube - D - oder Gruben - M -.

Schließlich sind Informationen zum Zertifizierungsprozess erforderlich. Diese schließen folgende Auskünfte mit ein:
  • Prüfstelle
  • Norm bzw. der Normenstand, der das Gerät genügen muss
  • Registriernummer
  • besonderen Bedingungen zur gefahrlosen Inbetriebnahme
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