Druckprüfung
Die Druckprüfung ist ein technisches Prüfverfahren zur Überprüfung der Festigkeit und Dichtheit druckführender Ausrüstung. Sie kann beispielsweise bei Druckbehältern, Rohrleitungen, Armaturen, Wärmetauschern und anderen druckführenden Komponenten erforderlich sein. Im Rahmen der EAC-Konformitätsbewertung spielt die Druckprüfung insbesondere bei Produkten eine wichtige Rolle, die in den Anwendungsbereich des TR ZU 032/2013 – Druckgeräte fallen.
Ziel der Druckprüfung ist der Nachweis, dass die druckführende Ausrüstung den für die Prüfung festgelegten Belastungen standhält und keine unzulässigen Undichtigkeiten oder Verformungen auftreten. Art, Umfang und Prüfparameter richten sich nach der konkreten Ausrüstung, den technischen Anforderungen und den anzuwendenden Normen.
Die Technische Reglements (TR EAWU / TR ZU) bilden zusammen mit den einschlägigen Normen die regulatorische Grundlage für die Konformitätsbewertung. Bei Druckgeräten nach TR ZU 032/2013 sind zusätzlich die für die jeweilige Ausrüstung relevanten technischen Normen und Prüfanforderungen zu berücksichtigen.
Eine Druckprüfung kann beispielsweise als hydraulische Prüfung durchgeführt werden. Dabei wird die Ausrüstung mit einem festgelegten Prüfdruck beaufschlagt und auf Festigkeit und Dichtheit überprüft. Abhängig von Konstruktion, Werkstoff, Medium und regulatorischen Anforderungen können andere Prüfverfahren oder zusätzliche Prüfungen erforderlich sein.
Neben der Druckprüfung können bei druckführender Ausrüstung weitere technische Nachweise und Prüfungen erforderlich sein. Dazu gehören abhängig vom Produkt beispielsweise:
- Festigkeitsberechnungen,
- Materialprüfung und Werkstoffnachweis,
- Prüfung von Schweißverbindungen,
- zerstörungsfreie Prüfungen,
- Dichtheitsprüfungen
- sowie weitere produktspezifische Prüfungen.
Die Ergebnisse einer Druckprüfung werden in einem Prüfprotokoll dokumentiert. Darin sollten unter anderem die geprüfte Ausrüstung, die angewandte Prüfmethode, die Prüfbedingungen, der Prüfdruck und die Ergebnisse eindeutig nachvollziehbar sein. Das Prüfprotokoll kann anschließend Bestandteil der Technische Dokumentation für das jeweilige Konformitätsbewertungsverfahren werden.
Eine wichtige Grundlage für die Auswahl des richtigen Konformitätsbewertungsverfahrens ist die Druckgerätekategorie (TR ZU 032/2013). Die Einstufung erfolgt anhand verschiedener technischer Parameter. Hierzu gehören insbesondere die Art der Ausrüstung, der zulässige Druck, das Volumen beziehungsweise die Nennweite sowie die Gruppe des vorgesehenen Mediums.
Die Einstufung der Druckgerätekategorie beeinflusst das anzuwendende Konformitätsbewertungsverfahren. Je nach Produkt und Einstufung kann eine EAC-Deklaration oder ein EAC-Zertifikat erforderlich sein. Deshalb sollte die regulatorische Einstufung bereits vor Beginn des Zertifizierungs- oder Deklarationsverfahrens durchgeführt werden.
Für eine erste Einordnung können Hersteller und Anlagenbauer unseren Kategorie-Rechner für TR ZU 032/2013 verwenden. Die endgültige regulatorische Bewertung sollte anschließend anhand der konkreten technischen Daten und des Anwendungsbereichs des Reglements erfolgen.
Bei der Konformitätsbewertung von Druckgeräten können neben Prüfprotokollen weitere technische Unterlagen erforderlich sein. Dazu gehören abhängig von der Ausrüstung beispielsweise Technischer Pass, Betriebsanleitung, Sicherheitsnachweis, Berechnungen, Zeichnungen, Werkstoffunterlagen und weitere technische Nachweise.
Typische Schwierigkeiten entstehen beispielsweise durch:
- eine fehlerhafte Einstufung der Druckgerätekategorie,
- unvollständige oder nicht nachvollziehbare Prüfprotokolle,
- fehlende Festigkeitsberechnungen,
- unzureichende Werkstoffnachweise,
- nicht geeignete Prüfverfahren
- oder Abweichungen zwischen geprüfter Ausführung und den Zertifizierungsunterlagen.
Wir unterstützen Hersteller und Exporteure bei der EAC-Konformitätsbewertung von Druckgeräten nach TR ZU 032/2013. Dazu gehören die regulatorische Einstufung, Ermittlung der Druckgerätekategorie, Prüfung und Vorbereitung der erforderlichen Technischen Dokumentation sowie die Koordination der für das jeweilige Verfahren erforderlichen Prüfungen und Nachweise.
