Druckgerätekategorie (TR ZU 032/2013)

Die Druckgerätekategorie beschreibt die regulatorische Einstufung von Druckgeräten nach TR ZU 032/2013 – Sicherheit von Druckgeräten innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Die Kategorisierung ist ein wesentlicher Schritt bei der Bestimmung des erforderlichen EAC-Konformitätsbewertungsverfahrens.

TR ZU 032/2013 erfasst abhängig von den jeweiligen technischen Parametern verschiedene Arten von Druckgeräten, darunter:

  • Druckbehälter,
  • Rohrleitungen,
  • Dampf- und Heißwasserkessel,
  • Armaturen und andere Ausrüstungsteile,
  • druckhaltende Komponenten,
  • sowie Baugruppen und andere vom Reglement erfasste Druckgeräte.

Ob ein Druckgerät unter TR ZU 032/2013 fällt und welcher Kategorie es zugeordnet wird, hängt von der Art des Druckgeräts und verschiedenen technischen Parametern ab. Von besonderer Bedeutung sind insbesondere:

  • maximal zulässiger Betriebsdruck,
  • Volumen bzw. Nennweite,
  • Art des Mediums,
  • Zuordnung des Mediums zur jeweiligen Gruppe,
  • Aggregatzustand des Mediums,
  • sowie Art und Verwendungszweck des Druckgeräts.

TR ZU 032/2013 unterscheidet für die erfassten Druckgeräte vier Kategorien:

Die konkrete Kategorie wird anhand der im Technischen Reglement festgelegten Tabellen bestimmt. Je nach Art des Druckgeräts werden dabei unterschiedliche Kombinationen technischer Parameter berücksichtigt.

Für eine erste Einordnung kann unser Kategorie-Rechner für Druckgeräte nach TR ZU 032/2013 verwendet werden.

Die Druckgerätekategorie ist von wesentlicher Bedeutung für die Auswahl des erforderlichen Konformitätsbewertungsverfahrens. Neben der Kategorie sind dabei die nach TR ZU 032/2013 vorgesehenen Konformitätsbewertungsschemata und die konkrete Art des Druckgeräts zu berücksichtigen.

Für das konkrete Zertifizierungsverfahren können weitere Faktoren von Bedeutung sein, beispielsweise:

  • Serienproduktion oder Einzellieferung,
  • Art und Konstruktion des Druckgeräts,
  • vorgesehene Betriebsbedingungen,
  • vorhandene technische Nachweise,
  • sowie das anzuwendende Konformitätsbewertungsschema.

Im Rahmen der Konformitätsbewertung können abhängig vom Druckgerät und Verfahren unter anderem folgende Nachweise und Prüfungen erforderlich sein:

  • Prüfung der technischen Unterlagen,
  • Produktprüfungen,
  • Druck- und Festigkeitsprüfungen,
  • Werkstoffnachweise,
  • Bewertung von Schweißverbindungen,
  • Festigkeitsberechnungen,
  • Prüfung von Sicherheits- und Schutzeinrichtungen,
  • sowie gegebenenfalls eine Bewertung der Produktionsbedingungen.

Eine besondere Bedeutung hat die Technische Dokumentation. Abhängig vom Druckgerät und Konformitätsbewertungsverfahren können hierzu beispielsweise gehören:

  • technische Produktbeschreibung,
  • Zeichnungen und Stücklisten,
  • Festigkeitsberechnungen,
  • Werkstoffnachweise,
  • Schweißunterlagen,
  • Prüfberichte und Prüfprotokolle,
  • Betriebs- und Sicherheitsunterlagen,
  • Technischer Pass,
  • Sicherheitsnachweis, soweit für das betreffende Produkt erforderlich,
  • sowie weitere technische Nachweise.

Eine fehlerhafte Kategorisierung kann dazu führen, dass ein ungeeignetes Konformitätsbewertungsverfahren gewählt oder der erforderliche Prüf- und Dokumentationsumfang falsch bestimmt wird. Typische Ursachen für eine fehlerhafte Einstufung sind:

  • falsche oder unvollständige Angaben zum Betriebsdruck,
  • fehlerhafte Bestimmung von Volumen oder Nennweite,
  • falsche Zuordnung des Mediums,
  • fehlerhafte Bestimmung des Aggregatzustands,
  • unklare Produktabgrenzung,
  • sowie eine falsche Anwendung der Kategorisierungstabellen nach TR ZU 032/2013.

Besonders bei komplexen Drucksystemen, Baugruppen und Anlagen sollte außerdem geprüft werden, welche einzelnen Komponenten vom Reglement erfasst werden und wie diese regulatorisch zu behandeln sind.

Die korrekte Druckgerätekategorisierung bildet daher eine wesentliche Grundlage für die Planung eines EAC-Projekts nach TR ZU 032/2013. Sie sollte möglichst vor Beginn des eigentlichen EAC-Zertifizierungsverfahrens erfolgen, damit Konformitätsbewertungsverfahren, erforderliche Prüfungen und Technische Dokumentation korrekt festgelegt werden können.

Weitere Informationen zum Verhältnis zwischen der europäischen Druckgeräterichtlinie und TR ZU 032/2013 finden Sie unter EAC PED / EAC DGRL.

Wir unterstützen Hersteller, Anlagenbauer und Exporteure bei der Kategorisierung von Druckgeräten nach TR ZU 032/2013. Dazu gehören die Prüfung des Anwendungsbereichs, die technische Einstufung anhand der relevanten Betriebsparameter, die Bestimmung der Druckgerätekategorie sowie die Auswahl des erforderlichen Konformitätsbewertungsverfahrens. Darüber hinaus unterstützen wir bei der Vorbereitung der Technischen Dokumentation und der Koordination erforderlicher Prüfungen und Zertifizierungsverfahren.