TR ZU 018/2011 – Sicherheit von Radfahrzeugen
TR ZU 018/2011 ist das Technische Reglement der Zollunion über die Sicherheit von Radfahrzeugen. Es legt verbindliche Sicherheitsanforderungen für die vom Reglement erfassten Fahrzeuge, Fahrgestelle und Fahrzeugkomponenten fest, die innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) in Verkehr gebracht werden.
Die Konformitätsbewertung nach TR ZU 018/2011 unterscheidet sich teilweise von der klassischen EAC-Zertifizierung. Abhängig davon, ob ein vollständiger Fahrzeugtyp, ein Fahrgestell, ein Einzelfahrzeug oder eine Fahrzeugkomponente bewertet wird, können unterschiedliche Genehmigungs- und Konformitätsnachweise erforderlich sein.
Das Reglement dient insbesondere dazu:
- die Sicherheit von Fahrzeugen zu gewährleisten,
- Risiken für Fahrer, Insassen und andere Verkehrsteilnehmer zu reduzieren,
- einheitliche technische Sicherheitsanforderungen innerhalb der EAWU festzulegen,
- den sicheren Betrieb der erfassten Fahrzeuge sicherzustellen.
TR ZU 018/2011 erfasst insbesondere:
- Personenkraftwagen,
- Nutzfahrzeuge,
- Busse,
- Motorräder und andere Fahrzeuge der Kategorie L,
- Anhänger und Sattelanhänger,
- Fahrgestelle,
- bestimmte Fahrzeugkomponenten und Bauteile.
Zu den vom Reglement erfassten Fahrzeugkategorien gehören insbesondere:
- L – insbesondere zwei-, drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge,
- M – Fahrzeuge zur Personenbeförderung,
- N – Fahrzeuge zur Güterbeförderung,
- O – Anhänger und Sattelanhänger.
Welche Anforderungen konkret anzuwenden sind, hängt von der Fahrzeug- oder Komponentenart, der technischen Ausführung und der jeweiligen Klassifizierung ab. Dabei können neben TR ZU 018/2011 auch die darin vorgesehenen Prüfanforderungen sowie einschlägige UNECE-Regelungen und Normen relevant sein.
Zu den zentralen Anforderungen des Reglements können – abhängig von Fahrzeugart und Komponente – insbesondere gehören:
- aktive und passive Fahrzeugsicherheit,
- Brems- und Lenksysteme,
- Beleuchtungs- und Signaleinrichtungen,
- Insassen- und Fußgängerschutz,
- elektrische Sicherheit,
- Geräusch- und Emissionsanforderungen,
- Produkt- und Fahrzeugkennzeichnung,
- weitere sicherheitsrelevante technische Anforderungen.
Im Rahmen der Konformitätsbewertung können je nach Fahrzeug oder Komponente unter anderem geprüft werden:
- Bremsleistung und Lenkverhalten,
- Fahrzeugstabilität,
- aktive und passive Sicherheit,
- elektrische Sicherheit,
- Beleuchtungs- und Signaleinrichtungen,
- Geräusch- und Emissionsverhalten,
- Schutzsysteme,
- weitere technische und sicherheitsrelevante Eigenschaften.
Die Art des Konformitätsbewertungsverfahrens hängt wesentlich davon ab, welcher Gegenstand bewertet wird. Für vollständige Fahrzeugtypen und Fahrgestelle können Typgenehmigungsverfahren erforderlich sein. Für einzelne Fahrzeuge gelten gesonderte Bewertungs- und Nachweisverfahren. Bestimmte Fahrzeugkomponenten können wiederum einem eigenen Konformitätsbewertungsverfahren unterliegen.
Je nach Fahrzeug, Komponente und Verfahren können unter anderem Produktprüfung, Labor- und Fahrzeugprüfungen, technische Bewertungen, die Bewertung sicherheitsrelevanter Systeme sowie die Prüfung der Produktionsbedingungen erforderlich sein. Bei entsprechenden Verfahren können außerdem Maßnahmen zur Produktionsüberwachung vorgesehen sein.
Die Ergebnisse durchgeführter Prüfungen werden in einem Prüfprotokoll oder anderen geeigneten Prüfunterlagen dokumentiert. Je nach Verfahren können akkreditierte Prüfstellen und zuständige Konformitätsbewertungsstellen in die Bewertung eingebunden werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der Konformitätsbewertung ist die Technische Dokumentation. Sie muss die zur Identifikation und Bewertung des Fahrzeugs oder der Komponente erforderlichen Angaben sowie die für den jeweiligen Konformitätsnachweis relevanten technischen Unterlagen enthalten.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der korrekten Produktklassifizierung gewidmet werden. Die Fahrzeugkategorie, Art des Bewertungsgegenstands und technische Ausführung können entscheidend dafür sein, welches Genehmigungs- oder Konformitätsbewertungsverfahren anzuwenden ist.
Eine falsche Klassifizierung, unvollständige Technische Dokumentation, ungeeignete Prüfunterlagen oder nicht ausreichend dokumentierte technische Änderungen können zusätzliche Prüfungen erforderlich machen und das Genehmigungs- oder Konformitätsbewertungsverfahren verzögern.
Nach erfolgreicher Durchführung des vorgeschriebenen Verfahrens sind die jeweils anwendbaren Anforderungen an Fahrzeug- bzw. Produktkennzeichnung und Dokumentation zu beachten. Die konkrete Form des Konformitätsnachweises richtet sich nach dem Fahrzeug, der Komponente und dem vorgesehenen Verfahren nach TR ZU 018/2011.
Wir unterstützen Hersteller, Fahrzeughersteller, Zulieferer und Exporteure bei der Bewertung der Anforderungen von TR ZU 018/2011. Dazu gehören die Produktklassifizierung, technische Bewertung, Prüfkoordination, Erstellung der Technischen Dokumentation sowie die Koordination mit Prüfstellen und zuständigen Konformitätsbewertungsstellen.
