Zertifizierungsschema

Ein Zertifizierungsschema beschreibt die festgelegte Vorgehensweise für die Durchführung einer Konformitätsbewertung nach den Technischen Reglements der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Es bestimmt, welche Prüfungen, Nachweise, Dokumente, Audits und Überwachungsmaßnahmen für das jeweilige Verfahren erforderlich sind, um die Konformität eines Produkts mit den anwendbaren regulatorischen Anforderungen nachzuweisen.

Die Technischen Reglements (TR EAWU / TR ZU) bilden die regulatorische Grundlage für die Konformitätsbewertung zahlreicher Produktgruppen innerhalb der EAWU. Abhängig vom jeweiligen Reglement, der Produktart und der vorgesehenen Form der Konformitätsbestätigung können unterschiedliche Zertifizierungs- und Deklarationsschemata zur Anwendung kommen.

Das Zertifizierungsschema legt abhängig vom jeweiligen Verfahren unter anderem fest:

Die Auswahl des richtigen Zertifizierungsschemas ist ein wichtiger Bestandteil eines EAC-Konformitätsbewertungsverfahrens. Ein nicht zum Produkt oder zum vorgesehenen Verfahren passendes Schema kann zusätzliche Prüfungen, Nachforderungen, Kosten oder Verzögerungen verursachen. Deshalb sollte zunächst geprüft werden, welche Technischen Reglements auf das Produkt anwendbar sind und welche Formen und Schemata der Konformitätsbewertung darin vorgesehen sind.

Je nach Technischem Reglement und Produkt können unterschiedliche Verfahren vorgesehen sein. Bei Zertifizierungsverfahren wird beispielsweise zwischen der Bewertung von Serienproduktion, einer Chargenzertifizierung und der Zertifizierung einzelner Produkte unterschieden. Die Anforderungen an Prüfung, Audit und Überwachung unterscheiden sich entsprechend.

Je nach Zertifizierungsschema können unter anderem folgende Bewertungs- und Überwachungsmaßnahmen erforderlich sein:

Welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind, richtet sich nach dem anwendbaren Technischen Reglement, dem Produkt und dem vorgesehenen Zertifizierungsschema. Umfangreichere Anforderungen können insbesondere bei Maschinen nach TR ZU 010/2011, Druckgeräten nach TR ZU 032/2013, explosionsgeschützten Produkten nach TR ZU 012/2011 und elektrischen Niederspannungsgeräten nach TR ZU 004/2011 bestehen.

Bei einer Serienproduktion-Zertifizierung können abhängig vom vorgesehenen Schema neben Produktprüfungen beispielsweise auch ein Werksaudit und eine regelmäßige Inspektionskontrolle erforderlich sein. Damit wird im Rahmen des jeweiligen Verfahrens bewertet, ob die Voraussetzungen für die Konformität der laufenden Produktion weiterhin bestehen.

Bei einer Chargenzertifizierung bezieht sich die Konformitätsbewertung dagegen auf eine konkret identifizierte Charge beziehungsweise Lieferung. Die hierfür erforderlichen Prüfungen und Nachweise richten sich nach dem jeweils vorgesehenen Zertifizierungsschema.

Ein wesentlicher Bestandteil der Konformitätsbewertung ist die Technische Dokumentation. Abhängig von Produkt, Technischem Reglement und Zertifizierungsschema können hierzu beispielsweise gehören:

Welche Dokumente tatsächlich erforderlich sind, muss anhand des konkreten Produkts, des anwendbaren Technischen Reglements und des vorgesehenen Konformitätsbewertungsverfahrens bestimmt werden. Nicht jedes Produkt oder Zertifizierungsschema erfordert sämtliche genannten Unterlagen.

Für Hersteller und Exporteure ist die korrekte Auswahl des Zertifizierungsschemas eine wichtige Grundlage für einen planbaren Zertifizierungsprozess. Eine frühzeitige regulatorische Einordnung kann dazu beitragen, unnötige Prüfungen, Nachforderungen und Verzögerungen zu vermeiden.

Wir unterstützen Hersteller und Exporteure bei der Auswahl des geeigneten Zertifizierungsschemas und der Durchführung der erforderlichen EAC-Zertifizierungs- und Deklarationsverfahren. Dazu gehören die Produktklassifizierung, Vorbereitung der erforderlichen Technischen Dokumentation sowie die Koordination von Prüfungen, Audits und weiteren Verfahrensschritten.